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Chronologie des Heilwassers

Ende des 16. Jhd. machte Burgherr Herrmann von Stein auf die Quelle
aufmerksam. Das Wasser sprudelte aus dem dunklen Morast unter einem hohlen überhängenden Weidenbaum. Diesem Baum wurde von den Landsleuten heilsame Kräfte zugeschrieben. Sie protestierten als die Weide zur Fassung der Quelle entfernt werden sollte.

1601

wurde die Quelle untersucht und gefasst sowie mit einem Zaun umgeben. Ein hierbei aufgefundenes altes Fass verriet, dass der Brunnen schon in der Vorzeit genutzt wurde.
1610 erschien die Brunnenschrift, sie gehört mit zu den ersten Deutschlands. 
„Tractatus Medica und Historia des fürtrefflichen Kasimiraischen Sauerbrunnens unter Liebenstein nicht fern von Schmalkalden gelegen". 
In den Folgejahren war der Brunnenort in den Sommermonaten Tummelplatz der Fürsten und des Hochadels. Der 30 jährige Krieg ließ die Zahlen der Brunnengäste sinken. Die Quelle versiegte.
1673 ließ Herzog Ernst der Fromme von Gotha den Brunnen wieder aufgraben und vier Nebenquellen fassen.
1677 wurde der neugefasste Brunnen überdacht und somit  vor Regen und Sonne geschützt.
1715 ernannte man den Lehrer des Ortes zum Brunneninspektor. Seine Aufgabe bestand darin, den Brunnen zu überwachen und die verschlossenen Brunnengefäße, die über Land versendet wurden, zu versiegeln. Herzöge kleinerer Thüringer Herzogtümer waren ständig Gäste des Bades. Man sprach sich immer lobenswert über die Heilkräfte des Liebensteiner Brunnens aus.
1756 - 1762 verminderte sich die Zahl der Kurgäste durch den Schlesischen Krieg.
1780 kam der Kurbetrieb völlig zum Erliegen. Das Bad wurde aus der Liste der Kurorte Deutschlands gestrichen.
1791 untersuchte der Leibarzt Dr. Jahn die Quelle und berichtete Herzog Georg l. von Sachsen - Meiningen wörtlich: „Kein Wiesbaden, Schwalbach und Ems war der Kultur so viel wert als Liebenstein".
In den Folgejahren kurte selbst der Herzog in Liebenstein, weil es ihm hier so gut gefiel, kaufte er im Jahre 1800 das Amt Liebenstein und ließ hier bedeutende Gebäude im klassizistischen Stil entstehen. Er ließ eine Straße bauen, welche nach ihm benannt wurde. So wurde Liebenstein zu einem exklusiven Fürstenbad, welches im Kurviertel heute noch das Flair des Ortes ausmacht.
1800 ein Brunnenarzt wurde nach Liebenstein berufen, eine Kurverwaltung geschaffen und das Badehaus gebaut.
1816 wurden acht Mineralquellen gefasst und in ein gemeinsames Reservoir geleitet sowie der Brunnentempel darüber errichtet.
1832 wurden die Mineralquellen durch Prof. Dr. Wackenröder aus Jena chemisch untersucht.
1839 um das Bad wegen seiner minimalen Besucherzahlen zu erhalten, musste die Bevölkerung erhebliche Mittel zur Verfügung stellen. Es stand kurz vor der Schließung.
1840 berief Herzog Bernhard ll. den Begründer der Kaltwasserheilanstalt in Elgersburg, Dr. Martini nach Liebenstein, dieser legte hier den Grundstein für eine Kaltwasserkur. Später wurden die Angebote durch Molkekuren erweitert.
1853 wurde das bisherige Badehaus erweitert und die Verbindung zum Theatergebäude geschaffen (11 Badekabinen mit Wannen und im Nebengebäude noch weitere 3 Wannen).
1855 verließ Dr. Martini die staatliche Kaltwasserheilanstalt und baute sich eine eigene private Wasserheilanstalt.
1861 erkannte man, dass sich das Heilwasser hervorragend zur Behandlung von Herzkrankheiten eignet.
1864 erstmalige Erhebung von Kurtaxe.
1891 wird die Privatwasserheilanstalt von Dr. Fülles übernommen.
1903 wurde das Badehaus durch eine offene Wandelhalle (Wandelgang) mit dem Brunnentempel verbunden, gleichzeitig die Charlottenquelle gefasst.
1913 erwarben Gräfin Rüdiger und Graf Dr. Wiser das Bad, unter dem Namen „ Gräfliches Stadtbad Liebenstein „ wird es von nun an geführt.
 1937 durch deutlich gestiegene Besucherzahlen machte sich ein Umbau und gleichzeitige Vergrößerung des Badehauses notwendig. Es wurde zum Bad der„ Prominenten". Zuschüsse kamen von Berufs- und Privatkassen. Während des 2. Weltkrieges verlor Bad Liebenstein vollständig den Charakter einer Kurstadt. Es wurde zur Lazarettstadt.
1947/1948 Bad Liebenstein wird zum „Volksheilbad" ernannt. Auf- und Ausbau der Kur- und Bädereinrichtungen für die Bevölkerung. Heilbehandlungen schon bei Früherkennung.
1949 bis 1951 nach Gründung der DDR standen Kuraufenthalte der Sozialversicherung und des Feriendienstes der Gewerkschaft zur Verfügung. Gleichzeitig wurde der Winterbetrieb eingeführt. Zuvor begann die Saison am 1. Mai und endete am 30. September.
1954 wurde der Brunnentempel renoviert und mit Sagenbildern von der Entdeckung der Quelle ausgeschmückt. Später wurden diese Bilder wieder entfernt.
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