Im Jahr 1800 kaufte Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen das einst von seinem Großvater verpfändete Amt Liebenstein zurück. Ausgehend von seiner Sommerresidenz Schloss Altenstein entwickelte sich das Bad Liebenstein unter ihm und seinen Nachkommen zum herzoglichen Staatsbad. Auf Anraten des Weimarer Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe begannen im Jahre 1801 die Bauarbeiten zu einem Schauspielhaus, welches im Jahr 1804 an die Badedirektion Liebenstein übergeben wurde. In den folgenden Jahrzehnten entstand so neben dem florierenden Badebetrieb ein kulturelles Kleinod, in dem von „Emilia Galotti“ über „Die Zauberflöte“ bis hin zu „Zar und Zimmermann“ die großen Opern und Schauspiele der Zeit zur Aufführung kamen und Bad Liebenstein neben seiner Rolle als Sommerresidenz den Ruf eines kulturellen Zentrums einbrachten.

Natürlich waren auch die Meininger regelmäßig zu Gast, Ende des 19. Jahrhunderts unter anderem mit dem späteren Wiener Burgtheater-Schauspieler Joseph Kainz. Aus einem Brief an einen Freund ist folgendes überliefert: „Ich bin hier an einem Ort, dessen Schönheit sich kaum in Worte fassen lässt. Es ist das Bad Liebenstein!“
Nach dem Herzogtum kam die Weimarer Republik, das Dritte Reich, in dem unser KurTheater seine jetzige äußere Form erhielt (1937), und schließlich die DDR, in der weniger Adlige noch Reiche, sondern die Werktätigen des Arbeiter- und Bauernstaates Erholung, Unterhaltung und Erbauung in diesem Haus suchten. Die Spielpläne waren bis zur Wende reichhaltig gefüllt und neben dem regulären Betrieb im Haus fanden im Sommer Aufführungen auf der Naturbühne am Erdfall statt. In den 50er und 70er Jahren wurde das Innenleben des Theaters den neuen Gegebenheiten angepasst: der Orchestergraben und die Herzogsloge wurden entfernt; die Bühnen- und Lichttechnik wurden auf den neuesten Stand der Zeit gebracht.
Nach der Wende fiel das KurTheater langsam in einen Dornröschenschlaf, aus dem es nur ab und an zu den Film- & Videotagen, Abiturfeiern oder Konzerten russischer Kosakenchöre erwachte.
Um das 200-jährige Bestehen des Hauses im Jahr 2004 jedoch gebührend feiern zu können, gründete sich im Sommer 2002 eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der Stadtverwaltung Bad Liebenstein, des Herzog-Georg-Gymnasiums, der Stadt- und Kurbibliothek, des Fördervereins Schloss Altenstein und engagierten Privatpersonen. Nach langen und intensiven Beratungen entstand ein Programm, das sowohl unterhaltsam als auch anspruchsvoll war und mit einer absoluten Auslastung von knapp 60% (344 Sitzplätze) einen ermutigenden Neuanfang markierte.
Die Geschichte des KurTheaters und damit auch der Stadt Bad Liebenstein als ein kulturelles Zentrum der Region wird nun weitergeschrieben.