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Die Geschichte der Stadt

Womit soll man beginnen, möchte man die Geschichte von Bad Liebenstein, kurz und knapp, seinen Gästen näher bringen?

Auf Anordnung von Herzog Georg I. wurden anno Domini 1800 die Orte Grumbach und Sauerborn vereinigt, mit einer festen Straße verbunden und von nun an Liebenstein genannt. Der Name Liebenstein war schon lange vorher bekannt. Seit 1406 bezeichnete man den Wohnsitz des Herrn Wetzel von Stein auf dem Burgberg als "Lybenstein", was damals soviel bedeutete, wie "von dichtem Wald umgeben". Die
Ursprünge der Burg stammen aus dem 10. Jahrhundert. Das Dorf Grumbach gründeten Thüringer Bauern schon lange vor dem Bau der Burg. Erstmals wurde es 1137 urkundlich erwähnt. Der Ort Sauerborn entstand etwa 1572, als Hermann von Stein begann, die zerstörte Burg wieder aufzubauen und hier seine Burgmannen und später Handwerker ansiedelte. Er war es auch, der dem damaligen Landesherrn Herzog Casimir von Sachsen-Coburg von der Entdeckung der wundersamen Quelle in Sauerbrunn berichtete.  Dieser rein zufällig entdeckte Schatz bestimmte ab 1601 die Geschicke des Örtchens Sauerbrunn in der Herrschaft Liebenstein. Der Herzog kurte oft hier mit seinem Hofstaat und brachte Gäste des Hochadels mit, die meist im Rittergut Sorga wohnten. Diese Blütezeit des Heilbades dauerte bis zum 30jährigen Krieg.  In der Zeit von 1625 bis 1640 durchzogen die Truppen von Wallenstein, und Tilly, Isolanis Kroaten und die Schweden das Gebiet. Durch die Zerstörungen der Kriege, die Pest und die Hungersnot von 1636/37 war die Einwohnerzahl von Grumbach und Sauerborn auf 170 geschrumpft. Die Quelle war zerstört. Herzog Ernst der Fromme von Sachsen-Gotha ließ diese wieder aufgraben und vier umliegende neu fassen. 

Das Amt Liebenstein wechselte mehrmals die Besitzer, bis 1791 Herzog Georg darauf aufmerksam wurde. Der Meininger Arzt Dr. Jahn stellte in einem Gutachten fest: "Kein Wiesbaden, kein Schwalbach oder Ems war der Kur soviel wert als Bad Liebenstein". Anno 1800 kaufte Herzog Georg I. die Herrschaft zurück. Unter der Regie von Herzog Georg I. erblühte das Kur- und Bäderwesen. Bad Liebenstein entwickelte sich zum feudalen Luxusbad. Das Fischernsche Schloss wurde zum Kurhaus umgebaut, ein Badehaus und das Schauspielhaus entstanden. Grumbach und Sauerborn wurden vereinigt, durch eine feste Straße verbunden und eine Promenade gebaut. Der Meininger Herzog gründete eine Brunnengesellschaft, zu der u.a. auch Herzog Karl August von Weimar, die Fürsten von Schwarzenburg und Reuß sowie zahlreiche Gelehrte, reiche Bürger, Künstler und Dichter, wie Jean Paul, Friedrich Mosengeil und Johann Karl August Musäus gehörten. Herzog Georg starb Weihnachten 1803, als der Erbprinz Herzog Bernhard 3 Jahre alt war. Seine Witwe Eleonore vollendete die Pläne für Bad Liebenstein und ließ das Fürstenhaus, bekannt als Palais Weimar bauen, das 1806 fertiggestellt wurde. 1816 wurden acht Hauptmineralquellen und die Keiderlingschen und die Vogtschen Quellen neu gefasst und in dem gemeinsamen Reservoir gesammelt, über dem noch im gleichen Jahr der Brunnentempel errichtet wurde. Bad Liebenstein und dessen guter Ruf  waren jetzt schon weit über die Grenzen des Landes bekannt. 1838 ließ Herzog Bernhard II. eine Pharaospielbank und 1840 die Kaltwasserheilanstalt bauen. 1849 fand der Pädagoge Friedrich Fröbel, der Begründer der Kindergärten, in Liebenstein seine Wirkungsstätte. Im Schlößchen Marienthal richtete er die erste Schule für Kindergärtnerinnen ein. Hier verstarb Fröbel im Jahre 1852. Unter der Herrschaft von Herzog Georg II. entstanden zwischen 1850 und 1860 all die für das Stadtbild typischen Bauwerke. Zu ihnen zählt auch die Villa Feodora. Auf Grund der stets leeren Kassen und der sehr guten Eignung der Heilquelle für Herz- und Kreislauferkrankungen wurde 1864 erstmals Kuratxe erhoben. Das Bad blühte nun wieder auf. Nach der Gründung des Deutschen Reichs 1871 gingen die Kureinrichtungen für 450.000 Gulden an das Dresdner Bankhaus Schie. Die Einweihung der Zweigstrecke der Eisenbahn von Immelborn nach Bad Liebenstein 1989 und die Versorgung des gesamten Ortes mit elektrischem Licht 1902 gaben der Kur wieder positive Impulse. Der Ort durfte dann offiziell die Bezeichnung Bad Liebenstein führen. Sehr erfolgreich war die 1913 gegründete Augenheilanstalt der Dr. Graf Wisner, durch die der Kurbetrieb allerdings an Bedeutung verlor. Das Ende des ersten Weltkrieges war auch das Ende der Herrschaft von Herzog Bernhard II. Das Herzogtum Sachsen-Meiningen und damit auch Bad Liebenstein wurden 1920 in das Land Thüringen eingegliedert. Aus dem einstigen Luxusbad entwickelte sich ein bürgerliches Kurbad. Nun verdienten auch die Einheimischen endlich mit am Kurbetrieb. Sie vermieteten Zimmer an die Kurgäste, die jetzt wieder zahlreicher nach Bad Liebenstein kamen. 1925 übernahm Dr. Fritz Lauterbach Senior die Leitung des Bades und der Kureinrichtungen. Den Schwerpunkt legte er auf die Linderung und Heilung von Herz-Kreislauf-, Gefäß- und Gelenkerkrankungen.

Zum Ende des 2. Weltkrieges, in dem Bad Liebenstein als Lazarettstadt fungierte, wurde am 04. April Bad Liebenstein den Amerikanern kampflos übergeben und am 06. Juli übernahmen sowjetische Truppen den Kurort. Das Kurhaus  fiel einer Brandkatastrophe zum Opfer, verursacht durch Raketen anlässlich der Oktoberrevolutionsfeier 1945.  Dachstuhl und Mittelteil wurden völlig zerstört, die übrigen Gebäudeteile stark in Mitleidenschaft gezogen. ImFrühjahr 1946 wurden die Firmen Ludwig Heller (später Leuchtstoffwerk) und Lux (Marienthal) für die SU demontiert. Die Keksfabrik wurde enteignet und wurde LEB (landeseigener Betrieb). Ebenso erging es den Kureinrichtungen, Bad Liebenstein wurde "Volksheilbad". Es bedurfte großer Anstrengungen, um im Jahr 1947 2100 sozialversicherte Patienten und 1948 bereits 4000 kurmäßig zu betreuen. Die Gemeinden Bad Liebenstein, Schweina und Bairoda schlossen sich im selben Jahr zur Großgemeinde zusammen und erhielten 1959 das Stadtrecht.  Zu Zeiten der DDR war Bad Liebenstein die beliebteste Kurstätte der Republik.  Seit 1990 ist es noch attraktiver und anziehender geworden. Neue moderne Kurkliniken sind entstanden und bieten den Kurgästen den Standard der alten Bundesländer. Vieles wurde erneuert und restauriert. Das Flair der Stadt und die Vorzüge der Kur in Bad Liebenstein sind erhalten geblieben. Trotz allem ist noch reichlich zu tun, damit Bad Liebenstein wieder in vollem Glanz erstrahlen kann.


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