Tel.: +49 (0) 36961 - 69 320

Bad Liebenstein & Umgebung

Es gibt viel zu entdecken

Von Bad Liebenstein aus gelangen Sie zu den bekannten Sehenswürdigkeiten des grünen Herzens Deutschlands – Thüringen. Sie erreichen innerhalb einer Fahrstunde die Landeshauptstadt Erfurt, die Klassikerstadt Weimar, die Residenzstadt Gotha, den Nationalpark Hainich und die Point-Alpha-Gedenkstätte an der ehemaligen innerdeutschen Grenze.

Nur wenige Kilometer von Bad Liebenstein entfernt liegen Eisenach mit der Wartburg und dem Bachhaus, die Theaterstadt Meiningen sowie die Fachwerkstadt Schmalkalden. Entdecken Sie Deutsche und Thüringische Geschichte hautnah. Tipp: Besonders beliebt sind Tagesausflüge zu den Thüringer Sehenswürdigkeiten. Die kurvenreiche und bestens präparierte Landesstraße zwischen dem Bad Liebensteiner Ortsteil Steinbach und dem Rennsteig in Richtung Erfurt, Weimar und Gotha, ist eine von Bikern gern befahrene Strecke. Auf ihr wird alljährlich im Sommer das legendäre Glasbachrennen mit der FIA-Europabergmeisterschaft ausgetragen.

Kulinarik

Gruß aus der Küche

Lassen Sie sich von der Thüringer Gastlichkeit verwöhnen. Ob Thüringer Rostbratwurst, regionale Spezialitäten oder internationale Küche – hier ist für jeden Geschmack das Richtige dabei. Unsere Gastgeber stellen sich vor.

Bade- und Kurärzte

Ein Kurarzt oder Badearzt ist ein an einem Kurort ansässiger Arzt, der Patienten während Ihrer Kur medizinisch betreut. Ein Kurarzt ist meist ein Facharzt für Allgemeinmedizin, der spezielles Wissen über die ortsgebundenen Heilmittel erlangt hat. Zum Erwerb der Zusatzbezeichnung müssen Nachweise über die Teilnahme an entsprechenden Weiterbildungsveranstaltungen sowie über die praktische Tätigkeit in der Kurmedizin nachgewiesen werden.

Die Berufsbezeichnung „Kurarzt“ bzw. „Badearzt“ darf nach Erwerb der Zusatzbezeichnung nur bei einer Tätigkeit in einem Bade- und Kurort geführt werden.

Badeärztin
Dr. med. Rita Heidt

Dr. med. Rita Heidt

Markt 7

36433 Bad Salzungen

Tel.: +49 (0) 3695 622 713
Fax: +49 (0) 3695 873 284
E-Mail: praxis@adolf-heidt.de
www.praxis-heidt.de

Badearzt
Dipl.-Med. Werner Zeman

Dipl.-Med. Werner Zeman
Esplanade 7
36448 Bad Liebenstein
Tel.: +49 (0) 36961 7680
Fax: +49 (0) 36961 76 823
E-Mail: praxiszeman@yahoo.de
www.bag-zeman-töpfer.de

Informationen zur Kur

Ambulante und private Kur

Alle wichtigen Informationen rund um das Thema ambulante und private Kur, Beantragung von Kur oder Kosten erhalten Sie in unserem Themenbereich „Informationen zur Kur“ oder direkt in unserer Bad Liebenstein Information.

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Rehakliniken

Bad Liebenstein
Rehaklinik

m&i-Fachklinik Bad Liebenstein

Die m&i-Fachklinik Bad Liebenstein ist eine hochmoderne Klinik für medizinische Rehabilitation und spezialisierte Akutmedizin mit den Fachgebieten Neurologie/Neuropsychologie, Orthopädie/Unfallchirurgie und Innere Medizin/Kardiologie. Die klinische Schwerpunktarbeit wird in den verschiedenen Fachbereichen ständig weiterentwickelt und bietet Patienten optimale Behandlungsmöglichkeiten bei Hirnschädigungen, bei Erkrankungen des Muskel- und Skelettapparates und bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen an. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die akutmedizinisch orientierte Neurologische Frührehabilitation. Die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten in der m&i-Fachklinik sind für unsere Patienten umfassend.

Das Wohl des Patienten und sein Bedürfnis nach Wiederherstellung der Gesundheit und Lebensqualität stehen im Mittelpunkt unseres Handelns. Unter der aktiven Einbindung des Patienten entwickeln wir gemeinsam das Rehabilitationsziel. Die berufliche Wiedereingliederung und die uneingeschränkte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben möchten wir für unsere Patienten mit abgestimmter Therapie, Fürsorge, Pflege und sozialer Beratung erreichen. Die m&i-Fachklinik Bad Liebenstein bietet das beste Umfeld, die eigenen, meist ruhenden Ressourcen neu zu entdecken. Bei uns steht der Patient im Mittelpunkt unseres Handelns – ganz nach dem Motto der Fachklinik: Gesundheit fördern – Lebensqualität schaffen.

Kontaktinformationen

m&i-Fachklinik Bad Liebenstein 
Kurpromenade 2                  
36448 Bad Liebenstein

Tel.: +49 (0) 36961 660
Fax: +49 (0) 36961 68 055
E-Mail: info@fachklinik-bad-liebenstein.de

www.fachklinik-bad-liebenstein.de

Rehaklinik

Kurparkklinik Dr. Lauterbach

Rehabilitationsklinik für Orthopädie/Traumatologie/Sportmedizin, Psychosomatik/Psychotherapie, Kardiologie/Angiologie, Diabetologie

Seit 25 Jahren stehen wir für gewachsene Kompetenz im Rehabilitationswesen. Mit der Bündelung unserer Kompetenzen und der Nutzung der Synergien haben wir über Jahrzehnte positive Erfahrungen gemacht. Die Kurparkklinik Dr. Lauterbach-Klinik GmbH ist eine moderne und leistungsstarke Rehabilitationsklinik mit differenzierten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten.

Wir sind spezialisiert auf die Schwerpunkte:

  • Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Psychosomatik und Psychotherapie
  • Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen
  • Diabetes mellitus

Neben der Rehabilitation sind wir für Sie auch in der Prävention, in der Rehabilitationsnachsorge und in der Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln (Rezepten) ein zuverlässiger und souveräner Partner.

Kontaktinformationen

Kurparkklinik Dr. Lauterbach
Heinrich-Mann-Straße 5 
36448 Bad Liebenstein

Tel.: +49 (0) 36961 790
Fax: +49 (0) 36961 79 400
E-Mail: info@dr-lauterbach-klinik.de

www.dr-lauterbach-klinik.de

Rehaklinik

Median Heinrich-Mann-Klinik

Die MEDIAN Heinrich-Mann-Klinik Bad Liebenstein ist eine Klinik für Rehabilitation und spezialisierte Akutmedizin bei neurologischen und orthopädischen Erkrankungen mit 271 Betten. 51 Patienten bietet sie außerdem eine Versorgung im Bereich der neurologischen Frührehabilitation Phase B. Seit 2008 ist sie als Thüringer Zentrum für Beatmung und Rehabilitation die erste Rehabilitationsklinik in Thüringen, die auch beatmungspflichtige Patienten versorgen kann. Das angegliederte Therapiezentrum bietet effektive Therapien und individuelle Gesundheitsberatung für die stationären und ambulanten Patienten der Heinrich-Mann-Klinik an. Zusätzlich werden Rezeptleistungen für Privatversicherte und Selbstzahler angeboten.

Kontaktinformationen

Median Heinrich-Mann Klinik

Heinrich-Mann-Straße 34
36448 Bad Liebenstein

Tel.: +49 (0) 36961 370
Fax: +49 (0) 36961 37 250
E-Mail: heinrich-mann-klinik@median-kliniken.de

www.median-kliniken.de

Das Kurhaus

Vital-Brunnen Bad Liebenstein
Informationen:

In idyllischer Lage am Rande der Stadt Bad Liebenstein befindet sich das Kurhaus. Eingebettet in die natürliche Umgebung des Thüringer Waldes bietet das Kurhaus beste Bedingungen, um Körper und Seele in harmonischen Einklang zu bringen. Besuchen Sie unser Bali-Spa und lernen Sie exotische Länder durch ihre faszinierenden und einzigartigen Massagen kennen und lieben. In unserem Bade-Duo bieten wir Ihnen die Möglichkeit, eine Verwöhn-Zeit zu zweit mit erlesenen Badezusätzen oder ein Bad mit Bad Liebensteiner Heilwasser zu genießen. Unsere Sauna-Lounge lässt Hektik, Zeitdruck und Termine vergessen und bietet Ihnen abwechslungsreiche Saunaaufgüsse. In unserem Physio-Center liegt der Schwerpunkt auf Erhaltung einer hohen Lebensqualität, die unmittelbar mit dem gesundheitlichen Wohlbefinden verbunden ist. Auch Behandlungen im Rahmen einer ambulanten Kur können bei uns durchgeführt werden. ​Ob mit oder ohne Rezept, vereinbaren Sie einfach einen Termin mit uns. In der Salzgrotte schaffen Salzsteine, Salzstalaktiten von der Decke und Totes Meer-Salz unter den Füßen ein optimales Seeklima. Genießen Sie die Wirkung des Salzes in dieser entspannten Atmosphäre. Unser Schwimmbad (14 x 8 m) mit einer herrlichen Liegewiese im Außenbereich und Zugang zum Wassertretbecken lädt zum Schwimmen und Planschen ein. Hier bieten wir Wassergymnastik, Aquafitness, Babyschwimmen und Schwimmlernkurse an. Beim freien Training in unserem Fitness-Studio mit Personal Trainer oder als Mitglied in unseren Fitnesskursen steht Ihnen beim Trainieren ausgebildetes Fachpersonal zur Seite, erklärt die richtige Benutzung der Geräte und gibt Ihnen Tipps zum Training.

Kontakt:
Kurhaus Vital-Brunnen Bad Liebenstein
Esplanade 7a
36448 Bad Liebenstein
Tel.: +49 (0) 36961 73 030

Fit & Vital

Gesundheitsangebote

Das Kurhaus verfügt über zahlreiche Gesundheitsangebote von Aktivwochenenden bis Wellness.

Zu den Angeboten

Liebensteiner Heilwasser

Kur & Gesundheit
Das Liebensteiner Heilwasser

Die Zusammensetzung des Heilwassers

Bad Liebenstein besitzt eine der kohlensäurereichsten Heilquellen Deutschlands. Es handelt sich um einen sogenannten Natrium-Calcium-Chlorid-Hydrogencarbonat-Säuerling. Erstmals 1590 urkundlich erwähnt, bescheinigte der Meininger Physicus Dr. Megenbach bereits im Jahre 1601 dem Wasser eine „geheimnisvolle“ Wirkung. 1610 bestätigte der Universalgelehrte Andreas Libavius (1555–1616) die heilsame Wirkung des Wassers. Seine Abhandlung „Tractatus Medicus Physicus und Historia des fürtrefflichen Casimirianischen SawerBrunnen unter Libenstein nicht fern von Schmalkalden gelegen“ gilt als eine der ersten deutschen Brunnenschriften überhaupt. Heute sprudelt das Heilwasser aus 165 Meter Tiefe. Die Kohlensäuremineralbäder werden in der Bädertherapie vor allem zur Behandlung von Herzerkrankungen und bei Bluthochdruck angewendet. Als Trinkkur eignet sich das Wasser auch gut bei Calcium- und Eisenmangel.

Zusammensetzung des Heilwassers

Die Entdeckung des Heilwassers

Der Sage nach führte einst ein Kuhhirte seine ihm anvertraute Herde täglich in den Liebensteiner Kessel zur Weide. Dieses Gebiet ist eingegrenzt durch den Burg- und Aschenberg und dort befand sich auch der Wassertrog, der von Oberflächenwasser gespeist wurde. Bei einer seiner Kühe, die trächtig war, fiel ihm auf, dass sie ein besonders gesund wirkendes, glänzendes Fell hatte. Um der Sache auf den Grund zu gehen, beobachtete er die Kuh. Er bemerkte, dass diese sich oft abseits der Herde bewegte und sie generell von einem Wasser trank, das aus dem Boden unter einer alten Weide hervorquoll. Neugierig geworden kostete auch er von der Quelle und bemerkte einen besonderen Geschmack. Dies berichtete er seinem Burgherren Herrmann vom Stein zum Liebenstein. Von der offensichtlichen Besonderheit des Wassers überzeugt, ließ dieser die Umgebung der Quelle reinigen.

Die älteste Heilquelle der Region

Der Brunnentempel

Der Tempel umfasst die älteste Quelle der Region, dessen Heilwasser weit über die Grenzen Thüringens hinaus Berühmtheit erlangte.
Der damalige Lehnherr der Burg Liebenstein, Hermann von Stein, ließ 1590 den Platz um die Quelle unterhalb der Burg roden, nachdem Geschichten um die heilende Wirkung des Wassers die Runde machten.

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Persönlickeiten

In aller Munde

Viele Künstler und Persönlichkeiten weilten in Bad Liebenstein. Ob Jean Paul, Franz Liszt, Fritz Reuter, Gerhart Hauptmann, Walter Gropius oder Marlene Dietrich: Sie alle wandelten in den Parks, Wiesen und Wäldern, tankten Kraft, lauschten den Kurkonzerten und schätzten das inspirative Ambiente unseres lieblichen Badeortes.

Merkliste

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Die Liebensteiner Romantik

1800–1914
Die Anfänge

Liebensteiner Romantik

Als Liebensteiner Romantik wird die Epoche zwischen 1800 und 1914 bezeichnet. Der Begriff wurde erstmals am 12. November 2012 auf einer kulturhistorischen Podiumsdiskussion im Palais Weimar gebraucht. Seit 1800 prägte das Herzoghaus von Sachsen-Meiningen die Entwicklung des Kurortes Bad Liebenstein. Durch die nahegelegene Sommerresidenz Schloss Altenstein und die damit einhergehende hohe Frequenz von adligen Badegästen und Künstlern aus ganz Europa entwickelte sich dieser Ort im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einem mondänen Modebad. Die Herzogsfamilie von Sachsen-Meiningen investierte in die Kurinfrastruktur sowie in Villen, Theater, Parkanlagen, Palais, Gästehäuser und kulturelle Veranstaltungen, die wiederum weiteres Publikum anlockten. Das erhaltene historische Kurviertel mit Brunnentempel, Theater, Palais Weimar, Wandelhalle, Langem Bau, dem Kurhotel Kaiserhof, dem ehemaligen Hotel Herzogin Charlotte, dem Haus Sophie und der Villa Feodora wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts angelegt und bebaut und ist bis heute stadtbildprägend.

Definition

Der Begriff der Liebensteiner Romantik ist kulturhistorisch noch nicht etabliert, wird aber zunehmend in Bad Liebenstein selbst zur Bezeichnung einer den Ort prägenden städtebaulichen und kulturhistorischen Epoche – im Sinne eines erweiterten Romantik-Begriffs – verwendet. In Beschreibungen des Bades Liebenstein, insbesondere aus dem 19. Jahrhundert, werden das Bad, seine geografische Lage am Südhang des Thüringer Waldes und seine Sehenswürdigkeiten mit romantisierenden Begrifflichkeiten beschrieben:

„Von welcher Straße her du auch gekommen seyn magst [...], von jeder Seite her stehst du froh betrachtend still, um das unter Fruchtbäumen halbversteckte, am Fuße eines waldigen Hügels ruhende Dorf zum ersten Mal zu grüßen.“

„Wer von unsern Lesern in Liebenstein gewesen ist, der kennt gewiß die unter den riesigen Dolomitfelsen des Altensteins sich hinziehende große Glücksbrunner-Höhle mit ihren labyrinthischen Gängen, eine der sehenswerthesten Merkwürdigkeiten, – nicht blos dieser Gegend, sondern Deutschlands – und erinnert sich auch des wahrhaft zauberhaften Eindrucks, den diese Höhle besonders dann macht, wenn sie an Sonntagen von tausend leuchtenden Flämmchen funkelt und strahlt und durch diese Erleuchtung zu einem Feentempel mit hohen, schimmernden Zaubergewölben verklärt ist, wenn dann die unterirdischen Wasser rauschen, wenn leise Töne durch die weiten gewundenen Gänge ziehen, und sanftes Echo antwortet und die Klänge sich gleichsam suchen wie sehnende Menschenherzen, bis sie sich in treuinniger Liebe gefunden haben.“

Das Lutherdenkmal

Die Geschichte rund um Luthers Entführung
Geschichte

Die Entführung im Glasbachgrund

Am Spätnachmittag des 4. Mai 1521 wurde die Reisegruppe um Martin Luther im Glasbachgrund bei Steinbach – nahe dem heutigen Bad Liebenstein – überfallen. Die Hilfeschreie der Reisenden blieben ungehört, ein Passagier konnte in den Wald entkommen, aber die vermummten Reiter hatten es nur auf eine Person „abgesehen“…. Alles begann dreieinhalb Jahre zuvor, als Martin Luther seine Kritik am Ablasshandel der Kirche formulierte. Der junge Professor an der Wittenberger Universität sandte am 31. Oktober 1517 entsprechende Briefe an den Erzbischof von Magdeburg und Mainz, Albrecht von Brandenburg, und den Ortsbischof von Wittenberg, Hieronymus Schultz, sowie an seinen Ordensbruder Johannes Lang in Erfurt. Doch deren Inhalt blieb nicht lange geheim. Schnell wurden Luthers 95 Thesen der breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht – der Buchdruck machte das möglich. Die Resonanz war gewaltig, so gewaltig, dass sie nicht nur die Kirche in Deutschland aufrührte, sondern auch in Rom gehört wurde. Klagen gegen Luther wurden eingereicht und es folgte die Vorladung zum Verhör bei Papst Leo X. Mit diplomatischem Geschick konnte Luthers sächsischer Landesherr, Friedrich der Weise, dies in eine Befragung in Deutschland umwandeln. Knapp ein Jahr nach der Erstveröffentlichung stellte sich Luther in Augsburg dem Papstgesandten. Auch wenn das päpstliche Interesse an Deutschland eher gering war, so sollte doch schnell eine Einigung erzielt werden. Dank seines rhetorischen Geschicks entging Luther einer sofortigen Verurteilung und entzog sich durch Flucht einer späteren Verhaftung. Friedrich der Weise verweigerte kurze Zeit später seine Auslieferung an Rom. Damit kam das Verfahren erst einmal zu einem Stillstand – die Verhandlungen über die Kaisernachfolge bestimmten zunächst die Politik der Kurfürsten und des Papstes.

Luther nutzte die Zeit, um seine Gedanken und Thesen weiter auszuformulieren. Aus der Kritik am Ablasshandel wurde eine Grundsatzkritik, die in der Tradition verurteilter Häretiker wie John Wyclif und Jan Hus steht. Da die Kaiserwahl nicht im Sinne des Papstes entschieden wurde – er hatte eine habsburgische Umklammerung durch Karl V., König von Spanien, vermeiden wollen – und Luthers Erklärungen sich rasant verbreiteten und zunehmend für Unruhe sorgten, wurde die römische Kirche Mitte 1520 wieder tätig. Am 15. Juni wurde eine Bannandrohungsbulle an Luther geschickt, mit der 

Aufforderung, innerhalb von 60 Tagen seine Lehren zu widerrufen. Besagte 60-Tage-Frist galt aufgrund der langen Reisezeiten im Mittelalter ab Sendungserhalt, doch Luther hatte sich zu dieser Zeit schon von der Papsthörigkeit gelöst. Er verbrannte die Bulle öffentlich und wurde am 3. Januar 1521 exkommuniziert. Damit galt Luther in den Augen der Kirchenwelt als rechtlos, allerdings half ihm einmal mehr Friedrichs diplomatisches Wirken. So kam es, dass Kaiser Karl V. Luther zur Anhörung auf den Wormser Reichstag zitierte. Doch eine Verteidigung Luthers war gar nicht vorgesehen, vielmehr sollte er nur seine Thesen widerrufen. Das tat Luther nicht, Karl V. verhängte die Reichsacht über ihn.

Aus der Kirche ausgeschlossen, rechtlos und vogelfrei: Luther schwebte auf seiner Rückreise gen Wittenberg in Lebensgefahr. Da war es erneut Friedrich der Weise, der seine Hand schützend über ihn hielt. Er beauftragte seinen Geheimsekretär Georg Spalatin mit einem gewagten Plan – Luther soll in Schutzhaft genommen werden. Doch echt musste es wirken, wie ein Raubüberfall, nur wenige durften eingeweiht sein. Und es eilte! Spalatin gelang die Inszenierung – die Beteiligten kannten ihre Rollen und eine geeignete Bühne fand sich im Glasbachgrund bei Steinbach.

Das Denkmal

Das Lutherdenkmal

Dort, wo heute das 1857 gestiftete Lutherdenkmal steht, wurde aus dem Wittenberger Professor Martin Luther der einfache Junker Jörg. Auf riesigen Umwegen führten ihn die „Räuber“ nachts gen Eisenach auf die Wartburg, wo er im Herbst des gleichen Jahres in nur 11 Wochen das Neue Testament ins Deutsche übersetzte. Heute führt der Lutherweg, ein Wanderweg von Eisenach über Bad Liebenstein nach Schmalkalden, die Wanderer direkt am Lutherdenkmal vorbei. Die Geschichte von Luthers Entführung wird seit 2017 auch im Bad Liebensteiner Comödienhaus auf unterhaltsame und heitere Weise neu inszeniert.