Tel.: +49 (0) 36961 - 69 320

Friedrich Fröbel-Rundwanderweg

Ein Pädagoge der die Kinderwelt veränderte
Informationen:

Entlang des insgesamt 11,9 km langen Rundweges wandern Sie, Bad Liebenstein mit den Ortsteilen Schweina und Altenstein passierend, im Geiste Friedrich Fröbels. Der bedeutende deutsche Pädagoge lebte und wirkte von 1849 bis zu seinem Lebensende in Bad Liebenstein und Schweina. Im Marienthaler Schlösschen gründete er die erste Kindergärtnerinnenschule der Welt. Damit schuf er die Voraussetzungen für den Siegeszug der Kindergartenidee. Das Kindergartenverbot Preußens und dessen liierten Staaten führte zur Abwanderung einiger seiner Schülerinnen ins Ausland, was die Verbreitung des Kindergartens in der Welt noch beschleunigte. 

„Der Mensch soll nicht als ein vollendet Gewordenes sondern als ein stetig sich Entwickelndes nach dem in der Unendlichkeit ruhenden Ziel betrachtet werden.“ Friedrich Fröbel 

Der Rundwanderweg ist an jeder einzelnen Station mit einer großen Schautafel versehen, die Ihnen Wissenswertes zum jeweiligen Standort und über das Leben und Wirken Fröbels vermittelt. Beginnen Sie Ihre Wanderung am besten am Hotel Fröbelhof. Die Route führt Sie über die Fröbelsruh, das Marienthaler Schlösschen, das Fröbelsgrab, den Fröbelkindergarten, Schloss und Park Altenstein, die Helenenwiese, den Morgentorfelsen und das Elisabethgrab erneut zum Ausgangsort. Dabei überwinden Sie einen Höhenunterschied von 171 m. Sie können die Runde auch abkürzen, dann beträgt die Wegstrecke 8 km. 

Kontakt:
Tourist-Information Bad Liebenstein
Herzog-Georg-Straße 16
36448 Bad Liebenstein
Tel.: +49 (0) 36961 69 320

Wanderkarte zum Mitnehmen

Der Pfeifenweg

Handwerkswanderung von Schweina nach Ruhla
Informationen:

Wandern Sie auf 12,6 km Länge über den historischen Pfeifenweg zwischen Schweina und Ruhla, der neben landschaftlichen Naturschönheiten auf verschiedenenen Informationstafeln Aussagen zur Geschichte der Tabakpfeifenherstellung in unserer Region enthält.

Der Tabakpfeifenweg beginnt am Ruhlaer Tabakpfeifenmuseum und führt durch das „Dornsental“ zur „Triniusrast“. Hier führt er ein Stück des Rennsteiges entlang bis zur „Großen Meilerstätte“. Von da führt unser Weg zum „Hohen Schuß“ Richtung Steinbach und zweigt hier ab über die sogenannte „Steinrutsche“ durch den „Schweinaer Grund“ nach Schweina.

Kontakt:
Tourist-Information Bad Liebenstein
Herzog-Georg-Straße 16
36448 Bad Liebenstein
Tel.: +49 (0) 36961 69 320

Der Pummbälzweg

Einem Kobold auf der Spur
Informationen:

Der Pummpälzweg führt als sagenhafter Holzskulpturenweg durch Thüringens Wälder. So wie in Norwegen, wo tief in den schier endlosen Wäldern die Ruhe wie vor Tausenden von Jahren herrscht, die Jahreszeiten in unabwendbarer Wiederholung kommen und gehen und der moderne Mensch, der seine Existenz in Stunden und Minuten misst, sich hilflos vorkommt, so gibt es auch in den Thüringer Wäldern einen Hauch dieser Stille im Angesicht des mächtigen Rhythmus der Natur. Aus dieser tiefen, auch angstvollen Verwurzelung heraus sind im Laufe der Menschwerdung unserer Vorfahren Naturgeister entstanden, in Norwegen der schwerfällige, dunkle und alles überwuchernde Troll, in Thüringen die gewieften Kobolde.

Einer davon ist der Pummpälz, auf den der Name des Wanderweges zurückgeht. Der Kobold soll an einem Steg Nachtwandlern auflauern, ihnen ins Genick springen und Ohrfeigen gebend wieder verschwinden. Sein Weg verbindet die Burgruine des ehemaligen Herrschergeschlechts der Frankensteiner bei Bad Salzungen mit der weltberühmten Wartburg bei Eisenach. Mittels des Sagenschatzes von Ludwig Bechstein und Christian Ludwig Wucke schlägt der Weg eine Brücke aus der Vergangenheit in die Gegenwart und verbindet eine Region.

Er erhielt 2001 im Palas der Wartburg seinen Namen und wurde 2002 durch den damaligen Ministerpräsidenten Thüringens Dr. Bernhard Vogel, liebevoll auch Wandervogel genannt, seiner Bestimmung übergeben. An historischen Sagenstandorten sind handwerkliche Holzbildhauerarbeiten der Schnitzschule Empfertshausen entstanden, welche den Besuchern bei der Erwanderung des Pummpälzweges in einer der schönsten Landschaften Thüringens einen Kunstgenuss bieten, zum Lesen der Sagen anregen und Ruhe und Entspannung geben. Der Pummpälzweg führt im Norden von Eisenach kommend Teile seines Weges gemeinsam mit Lutherweg, Jakobsweg, Luther1521Weg, Fernwanderweg Eisenach - Budapest, Rennsteig, Eisenach-Eisenacher Haus Weg und Lulluspfad und trifft im Süden in Bad Salzungen auf den von Bad Kissingen kommenden Premiumwanderweg „Hochrhöner“.

Auf dem Pummpälzweg begann 2002 erstmals das beliebte Wandern auf Luthers Spuren, später rundweitwandernd im „Wanderbaren Lutherland“ und permanent wandernd „Auf Luthers Spuren“, konventionell stempelbar oder digital mit Lutherwanderchip und online erhältlichen Lutherwanderpass. Dieser Luther musste vor seiner weltweit bekannten Gefangennahme am 4. Mai 1521 von seinem Stammort Möhra kommend den Steg des Pummpälz in Gumpelstadt überqueren. Daher liegt die Vermutung nahe, dass Luthers Gerechtigkeitssinn und die Ohrfeigen des Pummpälz für Menschen mit finsteren Gedanken beider Sympathien geweckt haben dürfte.

Kontakt:
Tourist-Information Bad Liebenstein
Herzog-Georg-Straße 16
36448 Bad Liebenstein
Tel.: +49 (0) 36961 69 320

Wanderkarte zum Mitnehmen

Wandern & Radwandern

Rennsteig und Thüringer Wald entdecken

Auf den Spuren von Martin Luther

Bad Liebenstein bietet nicht nur aufgrund des nahe gelegenen Rennsteigs die besten Voraussetzungen für einen abwechslungsreichen Aufenthalt. Wandern Sie auf den Spuren von Herzog Georg, Martin Luther oder Friedrich Fröbel und genießen Sie den Einklang mit der Natur.

Die Wanderwege sind bestens ausgeschildert und halten Routen für alle Ansprüche bereit. Auch direkt in und um Bad Liebenstein finden sich hervorragende Möglichkeiten für Wanderausflüge sowie zum Nordic Walking. Bad Liebenstein ist auch ein idealer Ausgangspunkt, um den ältesten und meistbegangenen Weitwanderweg Deutschlands, den Rennsteig, zu erlaufen oder im wahrsten Sinne des Wortes zu erfahren. Raus aus dem Alltag und mit dem Mountainbike hinein in den Thüringer Wald, das bedeutet Genuss und sportliche Herausforderung zugleich. Der Rennsteig und seine stillen Seitentäler bieten Aktivurlaubern eine willkommene Abwechslung.

Der Messerweg

Auf den Handwerksspuren von Steinbach nach Ruhla
Informationen:

Der thematisch gestaltete 11 km lange „Messerweg“ verbindet den Ort Steinbach und die Stadt Ruhla und quert dabei den Rennsteig. Er reiht sich ein in das Großprojekt „Handwerkerwege der Region – Wege über den Rennsteig“, das 2003 mit einem Tabakpfeifenweg begann. Die Route beginnt in Steinbach am Heimatmuseum und führt Sie durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Auf Informationstafeln entlang des Wanderweges erfahren Sie Wissenswertes über den früher für die Region so wichtigen Erwerbszweig der Messerschleiferei und Messerherstellung. Unterwegs laden zwei Rastmöglichkeiten am Mühlbergskopf und an der Ruhlaer Schanze zum Verweilen ein. Der Messerweg endet an der Tourist -& Naturparkinformation in Ruhla. Dort ist als Hinweis auf das historische Handwerk eine Schleifkote in Miniformat zu sehen. Eine Messerschmiede und verschiedene Exponate der Messermacher sind im Ruhlaer Tabakpfeifenmuseum, das gleichzeitig das Museum für Stadtgeschichte beherbergt, ausgestellt.

Kontakt:
Tourist-Information Bad Liebenstein
Herzog-Georg-Straße 16
36448 Bad Liebenstein
Tel.: +49 (0) 36961 69 320

Schmalkalden

Fachwerkstadt

Adresse:
Informationen:

Unweit von Bad Liebenstein liegt die über 1130 Jahre alte Stadt Schmalkalden. Entdecken Sie den mittelalterlichen Stadtkern mit seinen Fachwerkhäusern und steinernen Kemenaten. Schmalkalden wurde im 16. Jahrhundert bekannt durch das hier besiegelte Verteidigungsbündnis deutscher Fürsten und Städte gegen die kaiserliche Reichspolitik. Im sogenannten Schmalkaldischen Bund wandten sich die protestantischen Fürsten gegen die Religionspolitik des katholischen Kaisers Karl V.

Am Markt angrenzend befindet sich die Stadtkirche St. Georg, eine spätgotische Hallenkirche mit ihren charakteristischen Türmen. Vor der Gründung des Schmalkaldischen Bundes predigte hier Martin Luther im Jahre 1537.

Schloss Wilhelmsburg ist heute ein bedeutendes Kunst- und Kulturdenkmal der deutschen Renaissance und Mittelpunkt des geistig-kulturellen Lebens der Stadt.

Reiche Erzvorkommen, Bergbau und eisenverarbeitendes Handwerk ließen Werkzeuge und Kleineisenwaren entstehen, die als „Schmalkaldener Artikel“ in die Welt exportiert wurden. Das Technische Museum „Neue Hütte“ beherbergt die letzten Zeugnisse dieser Technologie in Mitteleuropa.

Kontakt:
Touristinformation Schmalkalden
Auer Gasse 6-8
98574 Schmalkalden
Tel.: +49 (0) 3683 60 97 580

August Trinius

Leben und Wirken

Biografie

Dass der Rennsteig Ende des 19. Jahrhunderts wiederentdeckt wurde, ja einen wahren Boom erlebte, lag nicht allein an der damals aufkommenden Wanderbewegung. Wesentlichen Einfluss nahm der Wanderschriftsteller August Trinius (1851–1919) mit seinem Buch „Der Rennstieg des Thüringer Waldes“. Trinius kam in der Nähe von Leipzig zur Welt, wuchs aber in Erfurt auf. Nach der Schule ging er nach Berlin, machte eine Lehre zum Kaufmann und arbeitete anschließend ebenda als Buchhalter. Die Schriftstellerei betrieb er zu diesem Zeitpunkt nur nebenbei.

Journalist & Schriftsteller

Doch erste journalistische Erfolge stellten sich ein und Trinius widmete sich nun ganz seiner Leidenschaft. Bald streifte er als Reiseschriftsteller durch Deutschland. Am meisten beeindruckte ihn auf seinen Wanderungen „das grüne Herz Deutschlands“ Thüringen. Landschaft und Geschichte dieser Gegend fesselten ihn derart, dass er beschloss, hierher umzusiedeln. Er ließ sich 1890 in Waltershausen nieder und wohnte dort bis zu seinem Lebensende. Hier entstand auch der Text zum Rennsteiglied. Mehr als 30 Werke über den Thüringer Wald brachte Trinius in der Folgezeit zu Papier. Unter seinen Publikationen finden sich Titel wie „Streifzüge durchs Thüringer Land“, „Im Zauber der Wartburg“, „Durchs Werratal“. Besonders hervorzuheben ist die Schriftenreihe „Thüringer Wandersmann“, die von 1886 bis 1902 in 8 Bänden erschien und vor allem dem Rennsteig in den Blick nahm. August Trinius verstarb 1919 in Waltershausen, wo sich auch heute noch sein Grab findet. Das Grabdenkmal stammt aus dem Jahr 1921 und wurde anlässlich der Gründung des „Bundes der Thüringer Berg-, Burg- und Waldgemeinden“ enthüllt.

Herzog Georg II.

Leben & Wirken

Georg II. von Sachsen-Meiningen (1826–1914) verstand es wie kaum ein Zweiter, seine Rollen als Machtpolitiker und als Künstler miteinander in Einklang zu bringen: Zum einen wurde er als Schöpfer eines „liberalen Musterstaates“ im Herzogtum Sachsen-Meiningen gewürdigt, zum anderen entwickelte er als „Theaterherzog“ das moderne Regietheater.

Nach der Übernahme der Regentschaft brachte Georg II. ab 1873 wichtige Reformen im Staatswesen auf den Weg. Berühmt wurde er aber vor allem durch sein Wirken für das Theater und insbesondere beim Aufbau des Meininger Hoftheaters. Er führte selbst Regie, entwarf Kostüme und ging mit seinen grundlegenden Neuerungen des Regietheaters in die Kulturgeschichte ein. Zusammen mit seiner dritten Frau, der Schauspielerin Ellen Franz, der späteren Freifrau von Heldburg (Hochzeit 1873 in Bad Liebenstein), und Regisseur Ludwig Chronegk führte der „Theaterherzog“ die Meininger Gruppe zu internationalem Ruhm mit Auftritten in Berlin, Wien, London und anderen großen Städten Europas. Durch diese Tourneen verbreiteten sich seine Ideen des modernen Regietheaters rasch auf den Bühnen der Welt. Die Meininger Hofkapelle gelangte in dieser Zeit zu Weltruhm.

Schon in frühen Kindertagen erkannte man in Georg einen hochbegabten Jungen. Eine frühkindliche musische Erziehung und die spätere schulische Ausbildung an der damals neu gegründeten klassisch-mathematischen Erziehungsanstalt legten den Grundstein für sein späteres Handeln und Wirken.

Auch das kulturelle Leben in der Region Bad Liebenstein prägte der Herzog nachhaltig. Zu seinen regelmäßigen Aufenthalten in der Stadt und auf dem Altenstein begleiteten ihn immer wieder prominente Gäste. Vor allem aber seine Bautätigkeit war es, die Bad Liebenstein bis heute ein besonderes Flair verleiht: zu seinen Projekten zählen u.a. die Umgestaltung des Schlosses Altenstein, der Bau der Villa Feodora und der Villa Georg.

Schloss Altenstein wurde durch Georg II. nach englischem Vorbild im Stil der Neorenaissance umgestaltet und diente der Herzogsfamilie ab 1890 alljährlich im Spätsommer bis zum Winteranfang als Hauptwohnsitz. Die Villa Feodora, am Fuße der Burgruine im historischen Kurviertel gelegen, wurde im Stil eines Schweizerhauses erbaut. Georg II., damals noch Erbprinz, benannte die Villa nach seiner zweiten Ehefrau Prinzessin Feodora von Hohenlohe-Langenburg (1837–1872). 1872 erbaute Georg II. die Villa Georg, seine Sommerresidenz, im englischen Landhausstil, in der er bis zur Fertigstellung des Umbaus von Schloss Altenstein im Jahre 1889 wohnte und seine dritte Ehefrau heiratete. Danach wurde es als Gästehaus der Meininger Herzogsfamilie genutzt.

Johannes Brahms

Leben & Wirken
Brahms & Herzog Georg II

Der Beginn einer Freundschaft

Johannes Brahms (1833–1897) lernte Herzog Georg II. (1826–1914) und seine dritte Gemahlin Freifrau Helene von Heldburg (1839–1923) im Oktober 1881 in Meiningen kennen. Wohl schnell nahmen die Beziehungen zwischen ihnen einen freundschaftlichen Charakter an, wie man späteren Korrespondenzen entnehmen kann. Um ihn nach Schloss Altenstein – den Sommersitz der Herzöge von Sachsen-Meiningen – zu locken, schrieb Helene von Heldburg am 7. Oktober 1891 an Brahms:

„Hätten Sie nicht Lust, sich hier auf dem Thüringer Wald einmal umzusehen? Wenn Sie die Hirsche schreien hören könnten, das wäre etwas für Sie! Freilich hören sie schon mit Mitte dieses Monats auf zu brüllen wie die Löwen, und wenn wir Sie auch für unser Leben gern so lange hier hätten, so werden Sie so lange nicht kommen mögen, obgleich ich nicht einsehe, warum Sie nicht ebenso gut hier zu Hause sein, hier ungestört, ja noch viel ungestörter sollten componiren, lesen, schreiben können, wie in Wien, und wandern könnten Sie hier doch noch ganz anders!!“

14. November 1894

Erster Besuch auf Schloss Altenstein

Doch erst 1894 entschloss sich Brahms spontan zu einem Besuch auf Schloss Altenstein. Am 11. November 1894 wandte er sich in launiger Weise an die „verehrte Schlossherrin“: „Mühlfeld [Klarinettist der Meininger Hofkapelle], bläst so lieblich auf seiner Clarinette und erzählt dazu so lockend von Schloß Altenstein, daß ich nothwendig ein wenig fantasiren muß. Ich denke am Mittwoch nach Wien, Mühlfeld nach Meiningen zu fahren. Wenn Sie mir mit einem Wort die Erlaubniß geben, so möchte ich gern den Umweg machen und Ihr schönes Schloß besehen.“  

Der Klarinettist der Meininger Hofkapelle, Richard Mühlfeld (1856–1907), hatte durch sein ausgezeichnetes Spiel Brahms so begeistert, dass dieser mehrere Kammermusikwerke mit Klarinette schrieb: ein Klarinettentrio (op. 114), ein Klarinettenquintett (op. 115) und zwei Sonaten für Klarinette und Klavier (op. 120). Nun wollte Brahms die beiden Klarinetten-Sonaten zusammen mit Mühlfeld, Herzog Georg II. und der Freifrau auf Schloss Altenstein vorführen.

Und so kam Brahms am 14. November 1894 das erste Mal auf den Altenstein. Gleich nach dem Diner trugen Brahms und Mühlfeld die beiden Sonaten vor. Fast eine Woche blieb er und genoss die Park- und Waldlandschaft. Schwärmerische Briefe an Clara Schumann zeugen von seiner Begeisterung.

26. September 1895

Wiederkehr und Abschied

Schon im darauffolgenden Jahr kehrte Brahms auf den Altenstein zurück – wenn auch nur kurz. Als Anlass diente das erste Sachsen-Meiningsche Landesmusikfest. Am Tag vor dem Fest, dem 26. September 1895, kam er für einige Stunden dorthin, da der Herzog, der wegen seines Gehörleidens nicht an den Feierlichkeiten teilnehmen konnte, einige der Mitwirkenden zum Diner auf das Schloss geladen hatte. Nach Abschluss des Festes reiste Brahms zunächst mit der Freifrau zum Jagdhaus Pleß, auf dem sich der Herzog gerade aufhielt, und am nächsten Tage mit dem Herzogspaar weiter nach Schloss Altenstein. Diesmal konnte Brahms nur zwei Tage bleiben. Aber auch diese Tage waren angefüllt mit viel Musik, ausgiebigen Gesprächen und Spaziergängen.

Weitere Aufenthalte auf Schloss Altenstein waren Brahms nicht mehr vergönnt, doch noch auf seinem Sterbebett schwärmte er von den schönen Stunden, die er im Schloss und Park Altenstein verlebt hatte. Johannes Brahms starb am 3. April 1897 in Wien.

Carl Wagner

Leben & Wirken

Carl Wagner wurde am 19. Oktober 1796 in Roßdorf in der Rhön geboren. Sein Vater war der Dichter Johann Ernst Wagner (1769–1812). Die ersten Jahre seiner Kindheit lebte Wagner in Roßdorf, 1804 zog die Familie dann in die Residenzstadt Meiningen um. Hier arbeitete der Vater als Kabinettssekretär, Bibliothekar und Theaterdramaturg am herzoglichen Hof. In den Jahren 1808/09 veröffentlichte dieser den zweibändigen Reiseführer „Reisen aus der Fremde in die Heimath“, in dem er auch Bad Liebenstein eingehend beschreibt. Es ist anzunehmen, dass Carl Wagner bereits in Kindheitstagen Bad Liebenstein und Schloss und Park Altenstein kennenlernte.

Von 1813 bis 1816 studierte Wagner an der Forstakademie Dreißigacker in Meiningen sowie an der Forstakademie Tharandt bei Dresden. Ein Jahr später begann er ein Malereistudium an der Dresdner Kunstakademie, welches er 1820 abschloss. Danach kehrte er in seine Heimatstadt Meiningen zurück, wo ihn  Herzog Bernhard II. von Sachsen-Meiningen (1800–1882) zum Hofmaler und Galerieinspektor ernannte.

In den Jahren 1822 bis 1825 bereiste Wagner Italien, wo er sich mit dem Künstler Ludwig Richter (1803–1884) anfreundete. Durch dessen Vermittlung hat er dort vermutlich auch den aus Barchfeld stammenden Darmstädter Theatermaler Johann Heinrich Schilbach (1798–1851) getroffen. Bekannt ist, dass Schilbach und Richter gemeinsam durch die Sabiner Berge wanderten und Wagner ebenda Skizzen auf dem gleichen Papier anfertigte wie Richter.

Nach seiner Rückkehr nach Meiningen nahm Wagner seine Tätigkeiten als Hofmaler wieder auf und begleitete in den folgenden Sommern wohl die herzogliche Familie auf Schloss Altenstein und nach Bad Liebenstein. In dieser Zeit entstanden vermutlich die Ansichten von Bad Liebenstein, Schloss Altenstein sowie Motive des Altensteiner Parks und Glücksbrunns.
Im Sommer 1862 reiste Wagner in die Schweiz, wo er u. a. Pontresina, Poschiavo und den Bernina-Pass besichtigte und zeichnerisch festhielt. Eine letzte Reise in die Schweizer Alpen, u. a. nach Grafenort, fand 1864 statt. Carl Wagner starb am 10. Februar 1867 in Meiningen.

Der Großteil seiner Gemälde, Zeichnungen und Radierungen befindet sich heute im Besitz von Schloss Elisabethenburg in Meiningen. Zahlreiche Werke jedoch zirkulieren auch immer wieder auf dem internationalen Kunst- und Antiquitätenmarkt