Marienthaler Schlösschen

Das Marienthaler Schlösschen im Bad Liebensteiner Ortsteil Schweina zählt zu den bedeutendsten historischen Bauwerken der Region und ist eng mit dem Leben und Wirken des Pädagogen Friedrich Fröbel, dem Begründer des Kindergartens, verbunden. Seinen Ursprung hat das Anwesen im späten 15. Jahrhundert. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich das ursprünglich als Gutshaus geplante Gebäude zu einem repräsentativen Herrenhaus im Stil der Renaissance. Nach mehreren Besitzerwechseln gelangte das Schlösschen 1833 in den Besitz der Finanzkammer des Herzogtums Sachsen-Meiningen. Eine besondere Bedeutung erhielt das Haus im Jahr 1850, als Friedrich Fröbel das Schlösschen als Wohn- und Wirkungsstätte bezog. Hier gründete er die weltweit erste Ausbildungsstätte für Kindergärtnerinnen und legte damit den Grundstein für die internationale Verbreitung seiner pädagogischen Ideen. Von Marienthal aus trugen seine Schülerinnen das Konzept des Kindergartens weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Zudem fanden unter Fröbels Leitung pädagogische Tagungen statt und es erschienen bedeutende Fachpublikationen. Friedrich Fröbel verstarb am 21. Juni 1852 im Marienthaler Schlösschen. Eine Gedenktafel am Gebäude erinnert bis heute an sein Wirken. Auch der Bauhaus-Mitbegründer Walter Gropius ließ sich von Fröbels Ideen inspirieren. 1924 entwarf er Pläne für einen modernen Bildungscampus mit Forschungsinstitut, Seminarzentrum, Kindergarten und Altersheim für ehemalige Kindergärtnerinnen. Das visionäre Projekt wurde jedoch nie verwirklicht. Heute befindet sich das Marienthaler Schlösschen in Privatbesitz. Der Eigentümer lädt regelmäßig zu kulturellen Veranstaltungen ein, die die Geschichte und das besondere Erbe des Hauses aufgreifen. Eine Besichtigung der Innenräume sowie des Geländes ist derzeit jedoch nicht möglich.
Dieser Text ist gekürzt.

In der Nähe entdecken